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Phil Mayr debattiert sich am eigenen Schreibtisch an die Spitze. Er vertritt in einiger Zeit das GSG beim Landesentscheid von "Jugend debattiert". | Quelle: Udo Hennes, Hellweger Anzeiger

Phil Mayr ist Regionalsieger bei "Jugend debattiert"

Phil Mayr ist Sieger des Regionalwettbewerbs „Jugend debattiert“. Der Elftklässler hatte sich als Schulsieger für das Regional-Finale qualifiziert und dieses gewonnen. - 23 Februar 2021

Am 11. Februar fanden die Regionalmeisterschaften des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ statt. Bei diesem sind neben dem Kreis Unna unter anderem auch Dortmund und das Sauerland vertreten. In diesem Jahr lief der Wettbewerb aber – so wie fast alles andere auch – ganz anders ab. Doch wie genau lief alles ab? Und wie fühlt es sich überhaupt an, bei so etwas teilzunehmen, wenn man dabei zu Hause sitzt und die anderen Teilnehmenden per Video zugeschaltet bekommt? Die Teilnehmer des GSG, Phil Mayr und Maximilian Fürderer, beide aus der Jahrgangsstufe 11, haben es mir beantwortet. 

Der Ablauf 

Wie aus dem Online-Unterricht bekannt, saßen alle zu Hause: die Teilnehmenden und die Jury genauso wie Zuschauer*innen. Über die Plattform „Alfaview“ konnten all diese Personen in eine Videokonferenz eintreten und das Geschehen verfolgen. Bei einem solchen Debattierwettbewerb, was den meisten Schüler*innen aus dem Deutschunterricht bekannt sein sollte, wird den Beteiligten das ausgewählte Thema – hier zunächst, ob an Schulen für Demonstrationen, die während der Unterrichtszeit stattfinden, also z. B. die von „Fridays for Future“, geworben werden darf – bereits im Voraus mitgeteilt. Daraufhin konnten sich diese durch Recherchen oder bereitgestelltes Material (an unserer Schule durch Frau Winkler und Herrn Wiggermann) darüber informieren, um Argumente vorzubereiten – auch wenn man noch nicht wusste, aus welcher Position heraus man später argumentieren musste und ob man diese Seite überhaupt persönlich vertreten würde. Sehr wichtig ist also auch die Improvisation. Auch die Absprachen mit der Partnerin oder dem Partner sind notwendig. 

Im Wettbewerb selbst muss jede Person – eine Schulgruppe auf der Pro- und die andere auf der Kontra-Seite – eine zweiminütige Eröffnungsrede halten. Danach gibt es eine freie Aussprache, in der jede(r) das Wort ergreifen darf und man möglichst genau darauf eingehen sollte, was die anderen zuvor gesagt haben. Diese Phase dauert zwölf Minuten. Zuletzt folgen vier Schlussreden, für die jede(r) nur eine Minute Zeit hat und bei denen man den endgültigen Standpunkt preisgeben muss. 

In dem Finale (Vorbereitungszeit: 30 Minuten) – in diesem Wettbewerb das Thema, ob Firmen, die Produkte versenden, die Retouren weiterverwenden müssen – läuft es eigentlich genauso ab wie zuvor, nur mit dem Unterschied, dass am Ende eine unabhängige Jury Punkte vergeben und über einen Gesamtsiegenden, der zum Landeswettbewerb geschickt wird, entscheiden muss. In diesem Jahr war das Phil Mayr vom GSG. 

Die Teilnehmer des GSG 

Maximilian Fürderer erzählt, dass er bereits in der siebten Klasse in der Debattier-AG von Herrn Wiggermann gewesen sei, obwohl eine Teilnahme am Schulwettbewerb erst ab dem darauffolgenden Jahr möglich war. Er sei durch seinen großen Bruder dort hingekommen und habe Gefallen an dem Lernen von strukturiertem und spannendem Debattieren gehabt, der ihn auch schlussendlich antrieb mit teilzunehmen. Phil Mayr ist seit der achten Klasse in der AG gewesen und sei durch Maximilian hineingerutscht, sagt er. Auch ihm habe das strukturierte Debattieren sehr gefallen. Es ist bereits seine vierte Teilnahme am Wettbewerb. 

In diesem Jahr war aber alles anders, wird mir erzählt. Wie gesagt, war niemand im selben Raum und alle befanden sich an den heimischen Schreibtischen. Zum Beispiel lief das Feedback, welches die Teilnehmenden erhalten, ganz anders ab. In der Schule sitzen die Zuschauer*innen nur einige Meter entfernt und man kann an ihren Blicken ablesen, wie der Vortrag war. Hier fiel das Erlesen der Mimik und Gestik weg. Es gab also keine direkt auf die Worte folgende Rückmeldung. Das Niveau des Debattierens änderte sich aber keineswegs. 

Des Weiteren fiel es vor allem Maximilian schwer „auf den Tisch zu hauen“. Das Durchsetzungsvermögen fehlte, obwohl er sonst, wie er sagt, im Rhetorischen sehr gut ist und nur hätte mehr Informationen sammeln müssen. Diesmal war es genau andersherum. Phil sagt, dass das Gefühl beim Wettbewerb und die Atmosphäre ganz anders waren. Auch die persönliche Einstellung war sehr unterschiedlich zu den vorherigen Teilnahmen. Daneben konnten auch währenddessen keine Absprachen zwischen den Partnerpersonen erfolgen. Zumindest nicht, ohne dass alle anderen es mitbekommen. 

Wie geht es für Phil Mayr nun weiter? 

Zunächst darf jede*r Regionalsieger*in an einem Rhetorikkurs teilnehmen, welcher nach dem jetzigen Plan auch online und vom 15. bis zum 17. März stattfindet. Dort helfen einem unter anderem auch ehemalige Gewinner*innen des Bundeswettbewerbs „Jugend debattiert“ seine Rhetorik zu verbessern. Danach kommen alle Personen, die einen Regionalwettbewerb in Nordrhein-Westfalen gewonnen haben, zu der Landesmeisterschaft zusammen. Und zuletzt kommen alle 16 Schüler*innen, die bei einer solchen gewonnen haben, zum Bundeswettbewerb. 

Am Ende unseres Gesprächs habe ich die beiden gefragt, wie sie andere Schüler und Schülerinnen zum Debattieren überzeugen würden. Die Antworten waren: man lernt strukturiert eine Diskussion zu führen, eine Situation zu meistern, in der dies nötig ist, Positionen zu vertreten, die man persönlich nicht oder nicht komplett teilt, und wie man gute Argumente findet. 

Berichterstattung des Hellweger Anzeigers

Autor: Jonathan Klappholz