Startseite Alle ArtikelEditorialImpressum

Wir lernen jeden Tag dazu – und das gilt auch für die Lehrer

Jetzt wissen wir also, wie das ist, Distanz-Unterricht: anders ist es! Manches ist wirklich gut und macht Spaß. Richtig anstrengend ist es manchmal aber auch – da könnte nachgebessert werden! - 21 Januar 2021

Nehmen wir als Beispiel eine Mathestunde als Distanzunterricht: Herr Niedieker unterrichtet uns von zuhause aus. Er benutzt sein iPad und seinen PC. Auf dem iPad entsteht das, was wir in dieser Stunde lernen. Er übernimmt also quasi die Rolle der Tafel im Präsenzunterricht; nur dass ein iPad eben viel mehr kann als eine Tafel. Was er nicht so gut kann: neben dem Unterrichtsstoff auch den Lehrer zu zeigen und uns gleichzeitig zu beobachten und mit uns zusammen die Stunde gestalten. Um das so gut wie möglich hinzukriegen, setzt Herr Niedieker eben auch noch seinen PC ein. Durch dessen Kamera sehen wir ihn, wenn er uns gerade etwas auf dem iPad zeigt. Allerdings haben nicht alle Lehrerinnen und Lehrer die Kamera eingestellt, wenn sie von zu Hause aus unterrichten. 

Wenn sie es aber so machen wie Herr Niedieker, dann klappt es insgesamt wirklich gut. Es zeigt uns aber auch, dass die Lehrer schon ganz gut ausgestattet sein sollten, um optimalen Distanzunterricht zu gestalten. Weil das wohl nicht bei allen unbedingt der Fall ist, kommen einige Lehrerinnen und Lehrer in die Schule und nutzen dort die technischen Möglichkeiten – und wohl auch die Hilfestellung von Frau Georg, wenn was mal nicht so gut klappt.

Jedenfalls hat sich gezeigt, dass die Plattform für den Online-Unterricht an unserer Schule und auch anderen Unnaer Schulen nicht zusammenbricht, wie das von vielen Schulen in anderen Städten berichtet wurde. Auch unser WLAN scheint relativ gut zu sein.

Manchmal gibt’s auch schlechte Scherze

Die meisten von uns Schülern nehmen zuhause an dem Unterricht teil. Sie haben meistens die Kamera aus und den Ton an. Einige haben sich dann schnell einen Scherz daraus gemacht, bei Mitschülern den Ton extrem leise zu stellen – ein ziemlich schlechter Scherz, wie ich finde, denn die Konferenz ist so schon anstrengend genug. Immerhin können die Lehrer in solchen Fällen alle leise schalten – und nur sie haben dann die Möglichkeit, den Ton wieder hoch zu regeln. 

Insgesamt gibt es jetzt mehr Gruppenarbeit. Meistens arbeiten dann vier Leute 20 Minuten lang zusammen an einer Aufgabe. Dabei wird fast immer sehr konzentriert gearbeitet und auch die Möglichkeit genutzt, den Lehrer um Hilfe zu bitten. Dazu nutzt man die Hand-Funktion am Bildschirm. Allerdings bekommt man als Schüler nicht mit, ob sich gerade auch andere melden. Deshalb versteht man dann auch nicht so gut, wenn der Lehrer einen nicht sofort dran nimmt. Im Vergleich zur Gruppenarbeit im Präsenzunterricht ist es jedenfalls viel leiser und deshalb auch effektiver.

Keine Zeit zum Abschalten

Anstrengend ist der Distanz-Unterricht, weil man praktisch überhaupt nicht abschalten kann. Wer nicht aufpasst, ist ganz schnell abgehängt – und auch die kleinen Pausen fehlen, um sich etwas zu erholen. Wenn man mehrere Videokonferenzen nacheinander hat, bekommt man Kopfschmerzen und wird müde. Es wäre wirklich besser, wenn es auch in den Hauptfächern nur einmal in der Woche 30 bis 60 Minuten Online-Unterricht gäbe. Aber vielleicht müssen wir Schüler auch ein bisschen besser den Schultag gestalten. Vielleicht sollten wir auch zuhause zwischendurch mal aufstehen, das Zimmer oder – wenn es geht – auch das Haus verlassen. Man muss sich wohl einfach dazu zwingen, auch wenn keine Mitschüler da sind, mit denen man in der Pause auf dem Schulhof etwas machen oder einfach nur chillen kann.

Von den Lehrern glauben wir, dass sie jetzt jeden Tag etwas dazu lernen und allmählich immer besser mit dem Online-Unterricht klar kommen. Es wäre schön, wenn sie dabei auch unsere Situation und vor allem unsere Belastung etwas besser verstehen und so den Schulalltag beim Distanzlernen etwas entspannen könnten. 

Autor: Marietta Döring